Beim Sex geraten viele Männer allzu rasch zum Höhepunkt. Ab Mai 2009 soll ein neues Medikament für mehr Ausdauer sorgen.
Aber man muss auch nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Vorzeitiger Samenerguss kommt in allen Altersgruppen vor. Häufige Ursache des Problems ist der starke Druck, unter dem die Männer stehen, den Frauen zu genügen. Leicht geraten dann die Männer in eine Spirale der Angst, die das Problem noch verstärkt. Aus dieser Angst zu versagen, wenden sich Männer dann oft ganz von der Partnerin ab, was den beiderseitigen Frust weiter verstärkt.
Rund 30 Prozent der Männer kommen zu früh
Internationale Studien belegen, dass bis zu 30 Prozent der Männer wesentlich früher zum Höhepunkt kommen als ihnen und ihren Partnerinnen lieb ist. Zwischen ein und drei Prozent sollen nicht einmal eine Minute durchhalten können.
Für beide Betroffenen – Männer und Frauen – stellt das oft ein großes Problem dar. Viele Beziehungen gehen dadurch in die Brüche.
Was man UND frau tun können
Vorzeitiger Samenerguss ist nicht alleine ein männliches Problem. Die Ursachen können vielfältig sein und sind teilweise sogar bei der Partnerin zu finden. Manchmal ist das Problem schneller und einfacher gelöst als man denkt.
- Ist sie beim Liebesakt nicht feucht genug, führt das bei ihm leicht zu einer Überreizung. Der schnelle Samenerguss ist somit vorprogrammiert. Eine günstige und einfache Lösung verspricht die Verwendung von Gleitmitteln.
- Die “Do it your self”-Lösung rät, dass er sich ca. eine Stunde vor dem gemeinsamen Liebesspiel selbst befriedigen soll. Versprochen wird, dass er dadurch sein Stehvermögen in der zweiten, gemeinsamen Runde deutlich verlängern können soll. Einen Versuch ist diese Methode sicher wert.
- Die Verwendung von Penisringen verhindert zwar nicht das frühe Kommen, hilft jedoch dabei die Erektion länger aufrecht zu erhalten, damit auch sie nach Möglichkeit zu ihrem Höhepunkt kommt. Kommt er zu schnell, sollten keine Penisringe mit Vibration verwendet werden, da er dadurch noch mehr stimuliert wird.
- Verschiedene Übungen, wie sie zum Beispiel in der DVD “You Can Last Longer” vorgestellt werden, bilden ein 3-Stufen-Trainings-Programm zur Ejakulations-Kontrolle.
- In Erotik-Shops sind verschiedene Sprays und Cremen erhältlich, die bei der Verzögerung helfen. Unbedingt darauf achten, dass diese Präparate auch in Europa zugelassen sind. Wird zu viel versprochen (“für eine ganze Nacht lang Sex” oder “Multiorgasmen für ihn”), heißt es aber Hände weg. Derartige Präparate halten dann nicht, was sie versprechen, kosten dafür umso mehr.
- Und dann noch mein Standard-Tipp: Redet miteinander über das Problem und versucht auf die Ursachen und auf mögliche Lösungen zu kommen. An die Damen hier: Nehmt euren Männern den psychischen Druck. Zeigt ihnen, wie sie euch trotzdem zum Höhepunkt bringen.
Hilft alles nichts, gibt es professionelle Hilfe
Natürlich kann es auch medizinische Ursachen für den vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) geben. Dann empfiehlt es sich selbstverständlich einen Arzt aufzusuchen, um die Gründe zu finden. So gibt es auch biologische Faktoren als mögliche Mitverursacher. Zum Beispiel eine zu niedrige Konzentration des Glückshormons Serotonin im Gehirn. Genau hier setzt ein neues und rezeptpflichtiges Medikament namens Priligy an, das im Mai auf den Markt kommt.
Priligy ist eine abgewandelte Version eines Antidepressivums, das den Serotonin-Spiegel ansteigen lässt. Ein bis drei Stunden vor dem Sex eingenommen sorgt es für mehr Ausdauer: In Studien konnte die Zeitspanne bis zur Ejakulation im Durchschnitt verdreifacht werden. Bei vielen dauert der Sex dennoch nicht viel länger als drei Minuten, aber für einige Patienten stellt das bereits einen Unterschied von Lichtjahren da.
Antidepressiva wurden bereits bisher zur Behandlung der Störung eingesetzt. Das neue Mittel ist kürzer wirksam und soll weniger Nebenwirkungen als die Ursprungspräparate haben. Trotzdem: Psychopharmaka bleibt Psychopharmake.