Der Frühling ist da und mit ihm kommen auch die sogenannten Frühlingsgefühle. Der Wechsel der Jahreszeiten ist nicht nur in der Natur zu sehen, er findet auch im Gehirn statt. Die Natur sorgt dabei für Zustände, die einem Drogenrausch ähnlich sind.
Das vermehrte Sonnenlicht und die steigenden Temperaturen regen die hormonellen Luststeigerer im Blut an. Licht möbelt die Psyche auf, steigert die sexuelle Leidenschaft, erhöht die Lust am Shopping und den Wunsch nach sozialen Kontakten.
Für diesen Höhenflug der Gefühle ist das Sonnenlicht verantwortlich. Es wird über das Auge ins Gehirn zum Hypothalamus, dem wichtigsten Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems, geleitet. Von hier aus wird die Stimmung beeinflusst. Das Denken und die Konzentration werden durch Noradrenalin beeinflusst, Dopamin sorgt für gesteigerten Antrieb und inneren Schwung und Serotonin bringt uns in positive Stimmung.
Rausch der Sinne
Drogen wirken übrigens in den gleichen Regionen des Gehirns. Mit Medikamenten oder Drogen könnte man diese Effekte theoretisch auch erzielen oder verstärken. Die Natur wirkt genauso effektiv, hat aber keine gefährlichen Nebenwirkungen. Ausreichend Sonnenlicht kann sogar für den Effekt der “Rosaroten Brille” sorgen: Ein Frosch verwandelt sich in unseren Augen in einen wundervollen Prinzen. Da kann man wohl nur auf die Dunkelheit der Nacht warten, die uns hoffentlich wieder klar sehen lässt.
Mehr Licht!
Da ich selbst auch schon länger gemerkt habe, dass ich viel Licht brauche, um mich wohl zu fühlen, habe ich mir vergangenen Herbst eine sogenannte Lichtdusche
angeschafft. Wer im Herbst an Müdigkeit, Mattigkeit und Niedergeschlagenheit, Konzentrations- und Schlafstörung bis hin zu Angstzuständen und Depressionen leidet, sollte sich damit auseinandersetzen. Dieses Phänomen wird in seiner stärksten Ausprägung von der Medizin als SAD (Saisonal abhängige Depression) bezeichnet, die leichtere, häufiger auftretende Erkrankung heißt Sub(-symptomare) SAD. Eine Lichtdusche ist hier ein ganz fantastisches Hilfsmittel und – nein – man wird dadurch nicht dauergeil.