Ja, ja, ich meine wirklich Muschis, Mösen, Vaginas und Ritzen. Wie du auch immer dazu sagst. Dass frau sich auch in ach so aufgeklärten Zeiten davor fürchtet, haben mir die letzten Tage deutlich gemacht.
Zur Vorgeschichte: ENGEL9, Veranstalter von Dessous- und Toypartys in Deutschland und Österreich, veranstaltet am 11. November 2009 in Wien die Vernissage “Wunder RITZE“. Gezeigt werden die Vulva-Fotografien von Grit Scholz aus ihrem Buch “Das Tor ins Leben“.
Die Schönheit weiblicher Genitalien
Die Fotografien zeigen die Schönheit, Vielfältigkeit und Einzigartigkeit der Vulva. Erstmals in Österreich ermöglicht diese einzigartige Ausstellung natürliche, selbstverständliche Blicke – jedenfalls hat man das gehofft und geglaubt – auf die sonst verborgenen weiblichen Genitalien.
Was man allerdings zu hören bekommt, spricht man mit Redakteurinnen von Frauenmagazinen, ist schon sehr, sehr verwunderlich: “Ja, interessant ist das schon, aber zeigen können wir diese Bilder ganz bestimmt nicht.” Das war keine einmalige Aussage, sonder die Regel. Und ganz deutlich wird dadurch, wie enorm wichtig diese Ausstellung ist.
Warum zeigt man ein nacktes Pärchen auf dem Titelbild, wenn es um´s Thema “Schnupfenzeit” geht? Warum darf man nackte Männer zeigen, wenn das Thema – selbstverständlich – ein rein künstlerisches ist? Und warum darf man keine Muschi abbilden?
In einer Zeit anhaltender Verunsicherung und Unaufgeklärtheit, die zu unnatürlichen Auswüchsen wie Schamlippen-Operationen führen, sollen die Bilder als aufklärendes Anschauungsmaterial dienen.
Die Großartigkeit der Schöpfung und die Achtung vor dem Wunder Leben sind der Hintergrund der Arbeiten von Grit Scholz. Das Buch zur Ausstellung nannte sie “Das Tor ins Leben“, da wir fast alle aus dem Inneren unserer Mutter durch dieses – Tor ins Leben – gekommen sind.
Hier gibt´s einen kleinen Vorgeschmack auf die Ausstellung. Wenn du dich dafür interessierst und dabei sein möchtest: Hier gibt es weitere Informationen zur Ausstellung und die Möglichkeit sich anzumelden.



Alle Bilder © Grit Scholz
Hallo zusammen,
ich finde auch, dass eine Vulva immer ein schöner Anblick ist, egal ob rasiert oder nicht – ob mit Piercing oder ohne. Die Vielfalt des weiblichen Geschlechtsorgans fasziniert mich einfach.
Natürliche Schönheit – ob Natur oder Mensch
Alle die das schön finden, haben auch ein gesunde Beziehung zum menschenlichen Körper und deren näturlichen Reizen.
Sehr schöne Bilder
Also für mich wäre es unzüchtig wenn es die Vagina eines Bewohners eines anderen Planeten wäre, alles andere hier auf Erden finde ich als Natur und deshalb natürlich Natürlich.
Liebe Grüße aus Tirol, Karl-Heinz
Ich zitiere mal aus dem Österreichischen Pornographiegesetz, das übrigens ursprünglich aus dem Jahr 1950 (!) stammt:
… sind das Anbieten, Ausstellen oder Vorführen unzüchtiger Abbildungen und Laufbilder gerichtlich strafbar …
… Sexuelle Darstellungen in Schrift und Bild sind lediglich dann als unzüchtig anzusehen, wenn sie für jedermann, der sozial integriert ist, als unerträglich empfunden werden …
Also – meiner bescheidenen Meinung nach – sind Darstellungen der Vulva, besonders die von Grit Scholz, keinesfalls unzüchtig und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass “jedermann, der sozial integriert ist,” diese Fotos als unerträglich empfindet.
Ich finde das Buch von Grit Scholz und auch ihr Anliegen sehr wichtig – viele Frauen haben ihre eigene Vagina noch gar nicht richtig betrachtet oder finden sie irgendwie unschön.
Die Weigerung, die Bilder abzurucken, hat aber sicher auch noch ganz andere Gründe. In Deutschland ist nämlich das Zeigen der inneren Labien, genauso wie eine männliche Errektion, in frei zugänglichen Medien verboten, weil es als jugendgefährdend gilt. Im Zweifelsfall entscheidet zwar ein Gericht, was Kunst oder Pornografie ist – aber für so einen Rechtsstreit muss man wohl erstmal die finanziellen Mittel haben. Und der Kioskbesitzer nimmt Zeitschriften mit solch heiklen Bilder einfach aus den Regalen, um jedwede Diskussion zu vermeiden.